VfL Wolfsburg Trainer Martin Schmidt erklärt Rücktritt

Martin Schmidt ist nicht mehr Trainer des VfL. Gestern Vormittag trat der Schweizer zurück – und überraschte damit die Öffentlichkeit ebenso wie Geschäftsführung und Sportdirektor Olaf Rebbe, für die dieser Schritt komplett unerwartet kam. In einer laut VfL-Mitteilung „kontrovers geführten Diskussion“ sollte der 50-Jährige noch zum Verbleib beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten überredet werden. Vergeblich.

Nach WAZ-Informationen begründete Schmidt seinen Schritt gegenüber Rebbe und Geschäftsführer Tim Schumacher mit dem Ausblick auf das nächste Spiel in Mainz: Dass ausgerechnet die Partie bei seinem Ex-Klub durch die VfL-Niederlage gegen Bayern und den Mainzer Sieg in Berlin an Brisanz gewonnen habe und zum Endspiel ausgerufen worden sei, ließe eine erfolgversprechende Vorbereitung nicht zu. Er habe einen „Spießrutenlauf“ in seiner alten Heimat erwartet – und womöglich einen Rauswurf bei einer Niederlage.

Gegenüber dem Aufsichtsrat hat Schmidt schon am Sonntagabend entsprechende Gedanken geäußert, er habe zudem daran gezweifelt, dass der Klub ausreichend stark aufgestellt sei, um einem in die Kritik geratenen  Trainer ausreichende Rückendeckung zu geben. Seinen geplanten TV-Auftritt im Sportclub des NDR hatte Schmidt kurzerhand abgesagt.

Für Geschäftsführer Schumacher war dabei Schmidts Rücktritts-Argumentation offenbar nicht zwingend schlüssig. Man könne, so wird Schumacher in der VfL-Mitteilung zitiert, „seine Beweggründe nicht in allen Teilen nachvollziehen“. Dass Schmidt selbst in der Mitteilung des Vereins nicht wörtlich zitiert wird, ist ein weiterer Beleg dafür, dass man sich nicht einig war. In indirekter Rede heißt es dort lediglich, dass Schmidt „durch seinen Schritt dem VfL Wolfsburg ermöglichen“ wolle, „die aktuelle sportliche Situation durch neue Impulse von der Trainerbank zu verbessern und den immer weiter ansteigenden öffentlichen Druck – auch gerade gegenüber seiner Person – vom Verein zu nehmen.“ SB, RV

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