Syriens Nationalelf feiert den größten Erfolg ihrer Geschichte
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Syriens Nationalelf feiert den größten Erfolg ihrer Geschichte

Syriens Nationalelf feiert den größten Erfolg ihrer Geschichte. Das goldene Tor für das gebeutelte Land schießt ausgerechnet ein verlorener Sohn. Beim TV-Kommentator brechen alle Dämme, das Video geht viral.

Wer die Stimme des syrischen Kommentators hört, muss seine Worte nicht verstehen, um die Tragweite des Moments zu begreifen. Voller Inbrunst schreit er seine Freude heraus. Während die Fernsehbilder einen Knäuel aus jubelnden Spielern und Trainern zeigen, versagt seine Stimme am Mikrofon, und er bricht in Tränen aus. Gerade hat Syriens Nationalmannschaft den größten Erfolg ihrer Geschichte erkämpft. Keinen Titel, keinen Pokal, sondern die Qualifikation für ein Play-off-Duell.

In der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte Omar al-Soma das 2:2 (1:1) gegen den Iran und sicherte damit Rang drei in der Gruppe A der asiatischen WM-Qualifikation. Mit einem Sieg hätte Syrien sogar Südkorea von Platz zwei verdrängt und wäre direkt zur WM 2018 nach Russland gereist. Doch von Enttäuschung war nach dem Unentschieden bei Tabellenführer Iran nichts zu spüren.

Mohamad Tamer Haj (13.) hatte die Syrer zunächst in Führung gebracht, ehe der Iraner Sardar Azmound (45./64.) die Partie zwischenzeitlich drehte. Es passt zum Qualifikationsmärchen des vom Bürgerkrieg gebeutelten Landes, dass dann ausgerechnet al-Soma das entscheidende Tor schoss.

Nach dem Play-off wartet noch ein Play-off

Syriens bester Fußballer hatte sich über Jahre aus Protest gegen die Herrschaft Baschar al-Assads geweigert, für die Nationalelf zu spielen. Erst vor einer Woche war er in die Auswahl zurückgekehrt, um seiner Heimat bei der historischen Chance auf eine Fußball-Weltmeisterschaft zu helfen.

Im Play-off trifft Syriens Nationalmannschaft nun auf Australien, das zum Abschluss 2:1 (0:0) in Melbourne gegen Thailand gewann. Der Sieger dieses Duells hat es aber noch lange nicht zur WM geschafft. Er trifft in einer weiteren interkontinentalen Play-off-Runde auf den Vierten aus Nord- und Mittelamerika. Möglicher Gegner sind unter anderem die USA.

Die Menschen in Syrien haben dennoch schon jetzt Grund, glücklich und stolz zu sein. In den vergangenen Jahren gab es dafür nur selten Anlässe.

Die Welt / Msn

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